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03. Mär. 15
Bild Frankfurt



RA Katja Eva Spies in der Bild Frankfurt: „Ich wurde verprügelt, aber dem Täter passiert nichts“



Frankfurt – Georg Schneidenbach (79) geht seit Jahren nur mit Krücken, ist gebrechlich. Und doch: ein Nachbar schlug auf ihn ein, verletzte den wehrlosen Rentner schwer. Georg Schneidenbach erstattete Anzeige, doch der Staatsanwalt lehnt ein Verfahren ab. Georg Schneidenbach hat den Glaube an Gerechtigkeit verloren.

Seine rechte Schulter musste zweimal operiert werden, die Schmerzen im Bein sind seit dem Angriff unerträglich geworden. Schneidenbach kennt seinen Angreifer, die beiden sind Nachbarn: „Der hat sich mit allen angelegt.“

Am 18. Juni 2012 werkelt Schneidenbach rum, sägt Bretter. Gegen 19 Uhr klingelt’s an der Tür, Schneidenbach öffnet. Sofort kommt es zur Rangelei, Schneidenbach wird von seinem Nachbarn geschubst, geschlagen, schwer verletzt. Eine Nachbarin wird das später bei der Polizei als Zeugin belegen.

Schneidenbach war sportlich, beim Bund, später Zollmitarbeiter am Flughafen. Jetzt fühlt er sich wehrlos: „Er ist sofort auf mich los, schrie „ich bring Dich um.“

Scheidenbach geht zu Rechtsanwältin Katja Eva Spies aus Frankfurt, sie bereitet sich auf ein Verfahren vor. Dann das Schreiben der Staatsanwaltschaft, dass der Staat kein Interesse an der Strafverfolgung hat, auf den Privatklageweg verweist.

Spies: „Ich kann mir das nicht erklären. Kleinigkeiten gehen bis zur Anklage, aber hier passiert nichts.“ Begründung der Staatsanwaltschaft: Von Schneidenbachs Gegner gehe keine Gefahr für die Allgemeinheit aus.

Die Anwältin strebt jetzt ein Zivilverfahren an, will Schadenersatz, Schmerzensgeld rausholen.




Fotos: Alexander Heimann/Vollformat