menu
close
10. Jun. 13
 



Geltendmachung von Hochwasserschäden – Möglichkeiten für Betroffene



Das diesjährige Hochwasser bedroht viele Existenzen und stellt die Betroffenen vor große Herausforderungen. Während sich die Lage in Bayern allmählich beruhigt, kämpf Ostdeutschland noch immer gegen die Wassermassen. In einigen Regionen drohen weitere Deichbrüche. Die Hochwasserschäden sind vielerorts verheerend. Angesichts der aktuellen Umweltkatastrophe stellt sich für Mieter, Immobilieneigentümer und Kfz-Halter die Frage, wer für die Schäden aufkommt. Betroffene haben hinsichtlich der Geltendmachung verschiedene Möglichkeiten.



Schäden bei Mietwohnungen

Mieter, die über eine Hausratversicherung mit dem Bestandteil „Elementarschäden“ verfügen, können beruhigt sein. Durch diese Versicherung sind sie gegen Hochwasserschäden versichert und anspruchsberechtigt. Alle Schäden, die innerhalb der Mietwohnung am mobilen Eigentum entstehen, sind vom Versicherungsschutz umfasst.



Schäden bei Eigentumswohnungen und am Eigenheim

Entstandene Hochwasserschäden am Wohneigentum werden von der Versicherung nur erstattet, wenn der Eigentümer über eine Gebäudeversicherung inklusive „Elementarschäden“ verfügt. Ist dies der Fall sind Eigentümer anspruchsberechtigt. Alle Hochwasserschäden, die innerhalb der Eigentumswohnung oder dem Haus entstanden, sind versichert. Was der Gebäudeversicherer nicht erstattet, sind Schäden auf dem Grundstück. Dazu gehört beispielsweise der Verlust von hochwertigen Pflanzen durch das Hochwasser.



Übernahme von Hotelkosten

Sowohl bei der Hausrat- als auch bei der Gebäudeversicherung kann ein Anspruch auf Übernahme von Hotelkosten vorliegen. Allerdings hängt dieser mögliche Anspruch vom Umfang der jeweiligen Versicherung ab. Wie viele Tage in einem Hotel von der Versicherung gezahlt werden, muss dem Versicherungsvertrag entnommen werden. Auch der Erstattungsbetrag für die täglichen Kosten gestaltet sich je nach Versicherungsvertrag unterschiedlich. Verständlicherweise wird von den Versicherungs-Gesellschaften für eine Kostenübernahme vorausgesetzt, dass es dem Geschädigten unmöglich ist, sein Wohneigentum oder Teile davon notdürftig zu bewohnen.



Schäden am Kfz

Bei einem Hochwasser sind zahlreiche Fahrzeuge betroffen. Wurde für das Kraftfahrzeug eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen, können die Schäden durch das Hochwasser generell geltend gemacht werden. Der Anspruch auf Ersatz gilt für Schäden im und am Pkw. Der Versicherungsschutz umfasst beispielsweise Schäden an der Motorisierung durch die Überflutung und der Innenausstattung. Aber auch Beschädigungen durch herabstürzende oder angeschwemmte Bäume erstattet der Versicherer. Sanitätskästen, Starterkabel, Fahrerbrillen und weitere Gegenstände, die für die Fahrt notwendig sind und im Pkw mitgeführt werden müssen, sind ebenfalls versichert.

Aus der Vollkasko, der Gebäude- und Hausratversicherung besteht ein Anspruch sobald der Versicherer den Versicherungsantrag bestätigt. Grundsätzlich gibt es keine Wartefrist.



Juristische Unterstützung zur Prüfung des Schadenersatzanspruchs

Jeder Betroffene von Hochwasserschäden sollte seine Versicherungsunterlagen genau prüfen. Bedauerlicherweise sind Geschädigte nach einer solchen Katastrophe mit den aufwändigen Aufräumarbeiten beschäftigt und nicht in der Lage sich mit der Versicherung auseinanderzusetzen. Da die Schäden jedoch existenziell bedrohlich werden können und die finanzielle Belastung enorm ausfällt, ist es empfehlenswert juristische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Kompetente Anwälte stellen die entstandenen Schäden zusammen und dokumentieren diese sorgfältig. Gleichzeitig werden Versicherungsumfang sowie Schadenersatzanspruch gründlich geprüft. Ein erfahrener Fachanwalt sorgt für eine zügige Abwicklung und einen schnellstmöglichen Schadensausgleich. Nicht nur wegen der schnellen Hilfe bei der Geltendmachung von Hochwasserschäden ist das Hinzuziehen eines Anwalts empfehlenswert. Auch weil dieser aufgrund seines juristischen Hintergrundwissens eventuelle Schäden geltend macht, über dessen Anspruch sich Geschädigte nicht bewusst sind.